Ansbach ist die 100. deutsche Stadt mit kommunalem Zirkus-Wildtierverbot

PETA begrüßt wegweisende Entscheidung und ruft andere Städte zur Nachahmung auf
 
Ansbach / Stuttgart, 27. Juni 2018 – Löwen, Elefanten und Co. gehören nicht in die Manege: In Ansbach soll künftig ein Wildtierverbot für Zirkusse gelten. Die knappe Mehrheit des Stadtrats schloss sich dem Antrag der Offenen Linken an. Damit ist Ansbach die hundertste deutsche Stadt, die ein solches Verbot beschließt. PETA begrüßt die wegweisende Entscheidung. Die Tierrechtsorganisation erachtet diesen Schritt sowohl aus Tierschutzgründen als auch aufgrund der Gefahren, die von Großwildtieren wie Elefanten, Großkatzen oder Nashörnern für den Menschen ausgehen, für notwendig. 

„Ansbach nimmt eine Vorbildfunktion ein – verhaltensgestörte Elefanten oder Tiger auf Käfigwagen passen nicht in das Bild einer modernen Stadt“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Wir hoffen, dass der Beschluss der Stadt Ansbach auch Signalwirkung für die CDU/CSU-Fraktion hat, die im Bundestag als einzige Partei ihre Zustimmung zu einem grundsätzlichen Zirkus-Wildtierverbot in Deutschland verweigert.“ 

HINTERGRUNDFAKTEN 
Kommunale Regelungen zur Abwehr von Gefahren
In Deutschland gibt es die Möglichkeit, durch kommunale Beschlüsse Zirkusunternehmen den Auftritt auf öffentlichen Flächen zu untersagen, wenn sie bestimmte Tierarten mitführen. Bundesweit haben dies nun insgesamt 100 Städte und Kommunalvertretungen – darunter Leipzig, Stuttgart und Düsseldorf – getan. Grundlage für eine kommunale Regelung des Zirkus-Wildtierverbots ist ein Rechtsgutachten aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, in dem ausdrücklich die Rechtskonformität kommunaler Verbote aus Gründen der Gefahrenabwehr dargestellt wird. Unfälle mit und Ausbrüche von Wildtieren wie Elefanten, Tigern oder Bären aus deutschen Zirkusbetrieben sind vielfach dokumentiert. Insgesamt kam es zwischen 2009 und 2017 zu mindestens 46 Ausbrüchen von Bären, Elefanten, Flusspferden, Großkatzen, Nashörnern und Primaten aus Zirkusbetrieben in Deutschland. Dabei wurden in den vergangenen Jahren mehrere Menschen getötet und verletzt. EU-weit ist Deutschland das Land mit den mit Abstand meisten Zwischenfällen mit Tieren aus Zirkussen [1].
 
Deutschland Schlusslicht beim Schutz von Tieren im Zirkus
In 27 europäischen Ländern, darunter beispielsweise Belgien, Österreich, die Niederlande und Griechenland, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus nicht mehr erlaubt. 2016 forderte der deutsche Bundesrat bereits zum dritten Mal ein Verbot von Wildtieren wie Elefanten, Giraffen und Flusspferden im Zirkus und begründete in seinem Entschließungsantrag wissenschaftlich, warum diese Tierarten erheblichem Leid ausgesetzt sind – unabhängig vom jeweiligen Betrieb. Bezüglich exotischer Wildtierarten spricht sich auch die Bundestierärztekammer für ein Verbot aus, ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Einer repräsentativen forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können.
 
Tiere leiden im Zirkus
PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um uns zu unterhalten.
 
[1] Eurogroup for Animals (2017): Wild Animals in EU Circuses. Problems, Risks and Solutions. Online abrufbar unter: http://www.eurogroupforanimals.org/wp-content/uploads/E4A-Circus_Report-Digital-OK-v2.pdf?utm_source=PDF&utm_campaign=CircusReport.


PM v. 28.6.2018
PETA Deutschland e.V.
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