Back to the roots – Selbstversorgung und Aussteigen Stück für Stück

Back to the roots – Selbstversorgung und Aussteigen Stück für Stück

Aussteiger? Sind das nicht verrückte Sandler?

Nun, von meiner Sicht aus sind die meisten davon Menschen, die den Konsum nichtmehr mitmachen möchten. Menschen, die sich darauf besinnen mit der Natur im Einklang zu leben, Verantwortung für sich selbst, Mitmenschen und die Umwelt zu übernehmen und ein Model zu leben, außerhalb von gesellschaftlichen Zwängen, Kaufzwang und aufgedrückter Lebensweise.

Wir sind so in dem Hamsterrad gefangen, wo wir mit einer herkömmlichen Lebensweise oft nicht nur in einem unglücklichen Berufsleben stecken, sondern damit auch die Großkonzerne unterstützen, die Natur mutwillig zerstören. Beispielsweise durch Anbau von Soja und Gewinnung von Palmöl. Dadurch werden Unmengen von Regenwälder abgeholzt. Aber auch bei uns ist es nicht besser. z.B. Durch Einsatz von Pestiziden, durch Anbau in  Monokultur wird die Umwelt zerstört. Alles in Plastik – von der Verpackung bis hin zur Kosmetik und Bekleidung. Meist nutzen die Konzerne Kinder zur  Kinderarbeit aus, Menschen zu Niedrigstgehältern in unsäglichen Umständen, nur um uns hier billige Lebensmittel, Kleidung und Waren bieten zu können. Zudem wird durch diese Misswirtschaft die Lebensgrundlage von Menschen in anderen Ländern zerstört (Bauern durch den Import von Landwirtschaftsgütern, Überfischung von Gewässern z.B. in Afrika. Vom Tierleid mal ganz abgesehen! Hier werden in Mastbetrieben Tiere in Massenhaltung gequält, eingepfercht, geschunden. Monsanto und Nestle sind dabei die Führenden!

Ihr seht also, ein (Teil)ausstieg und bewusstes Leben beinhaltet mehr als die eigene Sehnsucht nach guten Lebensmitteln und eine Leben im Einklang mit der Natur!

Wie geht das aber? Schließlich muss man ja arbeiten, nicht jeder hat sofort die Möglichkeit auf einen eigenen Garten oder Bauernhof.. und dann noch das Zeitproblem!

Ja, möglichst alles selber anbauen ist der Plan, aber nicht für jeden und sofort machbar. Wir sind im Moment auf der Suche nach einem passenden Platz um dies in der Gemeinschaft umzusetzen.

Bis daher muss es auch als „Urban Aussteiger“ gehen. Und das ist eigentlich garnicht so schwer. Zumindest Stück für Stück lässt es sich umsetzen.

So lassen sich z.B. Lebensmittel, gerade von Frühjahr bis Herbst gut verarbeiten um das ganze Jahr davon zu verzehren. Es spricht sich im Freunden- und Bekanntenkreis recht schnell rum, wenn man „SelbermacherIn“ ist, sodass man sehr viele Lebensmittel wie Früchte, Kräuter, Gemüse etc. geschenkt bekommt, die man dann frisch essen oder haltbar machen kann. Eine weitere Möglichkeit sind Lebensmittel vom foodsharing oder einfach mal rumfragen bei Bauern oder im Bekanntenkreis. Die meisten haben Überproduktion und geben gerne ab. Wildkräuter für Salat, Tinkturen, Salben und Sirup gibt es ohnehin gratis in der Natur im Überfluss. Wenn man doch kaufen muss, so achte ich darauf, wann beim Metzger z.B. Hack im Angebot ist, um daraus Soßen oder Wurst im Glas herzustellen.

So hat man immer einen Vorrat und auch wenn`s mal schnell gehen muss, ist der Rückgriff auf Industrie-Fertig –Essen nicht nötig. So zeitaufwendig ist es nicht, da sich vieles nebenher machen lässt. Man hat vielleicht ein paar Stunden aufwand, dafür auch mal „schnell“ was im Vorratsregal.

Auch Kosmetik, Putzmittel und Kleidung und  Kräutermedizin lässt sich kostengünstig selbst herstellen- und vor allem umweltschonend.

Bei der Kleidung ist es dasselbe wie bei den Lebensmitteln. man bekommt viel geschenkt, was man anziehen oder weiterverarbeiten kann. aus wolle, alten Bettlaken etc lassen sich tolle, individuelle Klamotten gestalten, nähen, stricken, häkeln, die es in keinem Laden gibt. Weiterverwenden,  statt wegwerfen oder neu kaufen ist für mich auch ein großer Teil eines verantwortungsvollem Umgang mit unseren Ressourcen!

Man spart durch Selbermachen also auch eine Menge Geld… Ich im Moment (wenn ich umrechne, was die selbst produzierte Ware in der Qualität im Laden kosten würde) durchschnittlich ca 200 – 300,- € im Monat. Müsste ich nicht doch noch viele Zukaufen, wäre es wesentlich mehr! Ich spreche den finanziellen Aspekt deshalb an, weil er Hand in Hand mit dem Zeitaspekt geht. Dadurch muss ich weniger Arbeiten im normalen Beruf und habe so wieder wesentlich mehr Zeit für sinnvolle Dinge wie Einkochen, Kräuter sammeln, Nähen usw.. Stück für Stück wird es immer mehr, was in diese Richtung möglich ist!

Hierzu ein paar Gedanken und Erfahrungen in diesem Threat. Er wird sich langsam füllen mit Berichten, Ideen und Rezepten…. Wenn Ihr eigene Ideen, Erfahrungen und Gedanken dazu habt, gerne her damit! 🙂

Derweil frohes Schaffen!

Tamara