Tag-Archiv | Klimawandel

Mit traditionellen Methoden gegen extreme Trockenheit

Wissenschaftler der Universität Tübingen untersuchen Strategien zum Umgang mit wiederkehrenden Dürreperioden

Mitteilung: Eberhard Karls Universität Tübingen

Wald- und Feldbrände, Probleme mit der Trinkwasserversorgung und erhebliche Ernteausfälle – das ist die bisherige Bilanz des Sommers 2018 in weiten Teilen Europas. Naturschutzverbände und Klimaforscher fordern in Reaktion auf die Dürre einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Die Landwirtschaft müsse sich besser als bisher auf Wetterextreme einstellen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Tübinger Sonderforschungsbereichs (SFB) RessourcenKulturen haben erforscht, wie Agrargesellschaften in der Vergangenheit gelernt haben, mit Hitze und Trockenheit umzugehen und trotzdem erfolgreich zu wirtschaften. Weiterlesen

Klimawandel lässt Flüsse über die Ufer treten: Anpassung nötig

Mitteilung: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Veränderte Regenfälle als Folge der globalen Erwärmung werden das Risiko von Überschwemmungen an Flüssen vielerorts stark erhöhen. Schon heute gehören derartige Fluten zu den häufigsten und verheerendsten Naturkatastrophen. Wissenschaftler haben jetzt die bis in die 2040er Jahre nötige Erhöhung des Hochwasserschutzes in allen Teilen der Welt berechnet, bis hinunter zu einzelnen Regionen und Städten. Sie stellen fest, dass der Anpassungsbedarf in den USA, in Teilen Indiens und Afrikas, in Indonesien und in Mitteleuropa einschließlich Deutschland am größten ist. Ohne Gegenmaßnahmen wären viele Millionen Menschen von schweren Überschwemmungen bedroht. Weiterlesen

Regionaler Klimawandel: Trocken im Südwesten, feucht im Nordosten Deutschlands

Führende Klimaforscher in Deutschland, darunter Forscher der Uni Hohenheim, stellen erstmals aktuelle belastbare Klimaprojektionen für Deutschland und die Flusseinzugsgebiete vor

Miteilung: Universität Hohenheim

Heiße und trockene Sommer, milde und feuchte Winter: Klimaforscher der Universität Hohenheim in Stuttgart und ihre Projektpartner präsentieren heute und morgen in Wiesbaden die Ergebnisse ihrer regionalen Klimaprojektionen für Deutschland. Demnach wird die gesamte Bundesrepublik in Bedrängnis kommen – wenn die Klimapolitik nicht aktiv gegensteuert. Weiterlesen

Der Schwarzwald im Klimawandel

Weißtannen und Douglasien könnten langfristig die Fichte ersetzen, weil sie besser an Trockenzeiten angepasst sind

Mitteilung: Universität Freiburg

Mit Voranschreiten des Klimawandels werden die Trockenzeiten auch in Europa voraussichtlich häufiger und intensiver. Viele Pflanzen sind einem solchen Klima nicht gewachsen. So auch die Fichte, Deutschlands wichtigste Wirtschaftsbaumart, die einen Großteil der Waldfläche des Schwarzwalds ausmacht. Deshalb erforschen Valentia Vitali und Prof. Dr. Jürgen Bauhus von der Professur für Waldbau der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, welche anderen Nadelbäume eine mögliche Alternative darstellen könnten. Denn für die Wirtschaftlichkeit der Forstwirtschaft und ihren Beitrag zum Klimaschutz spielt Nadelholz eine viel bedeutendere Rolle als Laubholz. In Ihrem Artikel „Silver fir and Douglas fir are more tolerant to extreme droughts than Norway spruce in south-western Germany“, der in der Fachzeitschrift „Global Change Biology“ veröffentlicht wurde, kommen sie zu dem Schluss, dass sowohl die einheimische Weißtanne als auch die aus Nordamerika eingeführte Douglasie auf lange Sicht geeignete Ersatzbaumarten für die Fichte sind.

Es sei davon auszugehen, dass extreme Dürren mittelfristig zu den größten Herausforderungen der Waldwirtschaft gehörten, so die Forscherinnen und Forscher. Um herauszufinden, wie sich der Wald in Zentraleuropa dem Klimawandel anpassen könnte, haben Vitali und Bauhus insgesamt über 800 Bäume in unterschiedlichen Höhenlagen des Schwarzwalds untersucht. Anhand des Jahrringwachstums der Bäume vor, während und nach extremen Sommertrockenheiten der Jahre 1976 und 2003 wollten sie herausfinden, welche Nadelbaumarten Dürren am besten standhalten und sich danach am schnellsten und vollständigsten erholen. Weißtannen und Douglasien sind beide deutlich weniger von Dürre betroffen als Fichten. Ein erfreuliches und gleichermaßen erstaunliches Ergebnis, sagen die Forscher, sei, dass die Weißtanne, die während der 1970er und 1980er Jahre besonders unter dem sauren Regen gelitten hatte und als bedroht galt, sich als einheimische Ersatzbaumart für die Zukunft anbietet. Während die Douglasie die produktivere Ersatzbaumart sei, habe die Weißtanne eine vorteilhaftere Wirkung auf die Biodiversität. Auf lange Sicht, so die Forscher, wäre es also sinnvoll, Fichtenwälder mit hohem Risiko des Trockenstresses durch Mischbestände mit Weißtannen und Douglasien zu ersetzen, wobei in den Hochlagen des Schwarzwaldes vor allem auf Weißtannen zurückgegriffen werden sollte.

Originalveröffentlichung:
Vitali V., Büntgen U., Bauhus J. ( 2017): Silver fir and Douglas fir are more tolerant to extreme droughts than Norway spruce in south-western Germany. Global Change Biology. doi: 10.1111/gcb.13774

PM v. 30.6.2017
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Freiburg
www.pr.uni-freiburg.de